Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V.
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Atomfrachter wieder auf Tour / BBU warnt vor weiteren Atomtransporten

(Bonn, Münster, 29.05.2012) Das Binnenschiff mit der Nuklearfracht aus dem Atomkraftwerk Obrigheim ist wieder auf dem Dortmund-Ems-Kanal Richtung Atommüll-Lager Lubmin unterwegs. Nach Angaben des WDR ist das Schiff auf dem Weg zum Mittellandkanal (vgl. http://www.wdr.de/studio/muenster/nachrichten/index.html#r1). Am gestrigen Pfingstmontag hatte der Frachter in Münster bedingt durch eine Demonstration eine ungeplante Pause einlegen müssen. Zwei KlettererInnen mit einem Transparent mit der Aufschrift „Vermeiden statt Verschieben“ hatten sich über dem Kanal abgeseilt. Bereits in einer ersten Stellungnahme hatte sich der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) mit der Aktion solidarisiert.

Foto der Aktion unter
http://www.facebook.com/photo.php?fbid=312817682131416&set=a.312817675464750.74090.140403512706168&type=3&theater

Bereits seit mehreren Tagen protestieren Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände gegen den Atommülltransport vom Atomkraftwerk Obrigheim in das Atommüll-Lager Lubmin. Der Transport erfolgt weitgehend mit einem Schiff über verschiedene Wasserstraßen.

"Die Polizei wäre gut beraten, wenn sie zum Schutz der Bevölkerung alle Atomtransporte stoppen und nicht immer wieder das Engagement der Anti-Atomkraft-Initiativen blockieren würde", so BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz. Scharfe Kritik übt Buchholz daran, dass das Atommüllschiff nicht mit Radioaktivitätskennzeichnen ausgestattet ist. "Bei einem Unfall oder einem Brand an Bord könnten die Rettungskräfte nicht erkennen, was an Bord geladen ist."
Buchholz erinnert in diesem Zusammenhang an einen maroden Uran-LKW, den die Polizei 2010 aus dem Verkehr gezogen hatte. "Das war leider bisher nur ein positiver Einzelfall, gefährliche LKW-Urantransporte rollen z. B. ständig durch Niedersachsen und NRW von und zu den Uranfabriken in Lingen und Gronau", kritisiert Buchholz.

Aktuell ruft der BBU zur Planung und Unterstützung weiterer Proteste gegen den Atommüll-Schiffstransport nach Lubmin auf. Nach ursprünglichem Fahrplan sollte der Transport am 4. Juni in Lubmin ankommen. Informationen über bereits feststehende Aktionstermine und die Fahrtroute gibt es im Internet unter www.lubmin-nixda.de.

Insgesamt warnt der BBU vor weiteren, oft unerkannten Atomtransporten auf Straßen und Schienenwegen. Sie sind in der Regel nur an den schwarz-gelben Radioaktivitätszeichen zu erkennen. Allerdings sind diese lediglich bei guter Beobachtung zu erkennen, da sie oft nur klein und versteckt an den Schwerlast-LKW oder an Eisenbahnwaggons angebracht sind. Beobachtete Atomtransporte sollten örtlichen Anti-Atomkraft-Initiativen oder dem Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) mitgeteilt werden, damit die betroffene Bevölkerung über die klammheimlichen Transporte informiert werden kann.

Der BBU ist der Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen, Umweltverbände und Einzelmitglieder. Er wurde 1972 gegründet und hat seinen Sitz in Bonn. Weitere Umweltgruppen, Aktionsbündnisse und engagierte Privatpersonen sind aufgerufen, dem BBU beizutreten um die themenübergreifende Vernetzung der Umweltschutzbewegung zu verstärken. Der BBU engagiert sich u. a. für menschen- und umweltfreundliche Verkehrskonzepte, für den sofortigen und weltweiten Atomausstieg, gegen die gefährliche CO2-Endlagerung und für umweltfreundliche Energiequellen. Zur Finanzierung seines Engagements bittet der BBU um Spenden aus den Reihen der Bevölkerung. Spendenkonto: BBU, Sparkasse Bonn, BLZ 37050198, Kontonummer: 19002666. Informationen über den BBU und seine Aktivitäten gibt es im Internet unter www.bbu-online.de; telefonisch unter 0228-214032.